Sternenkinder

Im Jahr 2003 trat in Nordrhein-Westfalen ein neues Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in Kraft. Darin wird geregelt, dass Tot-und Fehlgeburten auf einem Friedhof zu bestatten sind, wenn mindestens ein Elternteil dies wünscht: Fehlt eine solche Erklärung der Eltern, muss der Träger des Friedhofs Tot- und Fehlgeburten unter würdigen Bedingungen sammeln und dann bestatten. Dies gilt auch für Embryonen und Feten nach Abtreibungen. Auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof gibt es für alle diese Fälle eine eindrucksvolle und würdige
Anlage. Hier finden Betroffene einen Ort für Trauer und Gedenken. Sie haben die Möglichkeit, an dieser Stelle einen kleinen Stein mit dem Namen ihres Kindes abzulegen. Eltern haben heute das Recht, ihre totgeborenen Kinder zu sehen, sie in den Arm zu nehmen und zu fotografieren – die Anlage in Düsseldorf macht deutlich, wie sehr sie sich auf ihre Kinder gefreut haben und wie bitter sie ihr Tod traf. Nun
haben die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Erkrath und Unterbach geplant, je eine Gedenkstätte auf dem Friedhof in Unterbach und dem Erkrather Friedhof an der Kreuzstraße für „Sternenkinder“ zu errichten.

Verhandlungen mit den Stadtverwaltungen von Düsseldorf und Erkrath verliefen erfreulich unkompliziert. Vertreter der Konfessionen und beider Städte sowie Friedhofsgärtner, Bestatter und Bildhauer konnten auf den Friedhöfen in Erkrathund in Unterbach in Frage kommende
Plätze besichtigen und sich über die jeweilige Gestaltung Gedanken machen. Auf beiden Friedhöfen soll ein Gedenkstein, eine Stele, den Mittelpunkt der Gedenkstätte bilden. Auf dem Friedhof Kreuzstraße können „Sternenkinder“ bestattet werden, in Unterbach soll nur die Stele aufgestellt werden, da alle in Frage kommenden Plätze zu klein und somit für Bestattungen nicht frei gegeben sind. An beiden Orten sollen Eltern auch ihrer Kinder gedenken können, die nach Entführungen nie wieder auftauchten oder auf ungeklärte Weise verschwunden
sind.

Außerordentlich dankens- und begrüßenswert ist, dass sich die Erkrather Bestatter und Friedhofsgärtner schon jetzt bereit erklärt haben, das Projekt auf dem Friedhof „Kreuzstraße“ weitgehend kostenfrei zu unterstützen; für Unterbach hat ein entsprechendes Gespräch Anfang
Oktober statt gefunden. In den Gemeinden sollte es Beauftragte geben, die alle Tätigkeiten in Bezug auf die Gräberfelder koordinieren und sicherstellen, dass sie auch langfristig in einem guten Zustand verbleiben. Dennoch werden für die Gestaltung beider Gedenkplätze Kosten
entstehen, für die die evangelische und katholische Kirchengemeinde um Spenden bitten werden. Alle Mitglieder der Gemeinden sind darüber hinaus aufgerufen, das Projekt der Kirchengemeinden in Erkrath und Unterbach bekannt zu machen.